»Junge Generation« bezeichnet eine Lebensphase mit vielen Übergängen, Brüchen und wichtigen Entscheidungen:
Junge Menschen ziehen aus dem Elternhaus aus, gründen einen eigenen Haushalt, eine dauerhaft angelegte Partnerschaft, eine Familie. Es stehen Wechsel an: von der Schule in eine berufliche Ausbildung oder in ein Studium, und danach die Suche nach der ersten Arbeitsstelle.
Es ist eine spannende, eine kreative Lebensphase, in der Menschen ihren Lebensentwurf und ihre Vorstellung von einem guten Leben entwickeln. Aber Veränderungen, Übergänge und Brüche sind auch Phasen der Unsicherheit und des Risikos. Gerade in den vergangenen Jahren und in der Krise hat die Unsicherheit zugenommen und drohte für viele junge Menschen, das Spannende des Ausprobierens und Findens zu überlagern – durch Existenzängste, erzwungene Entscheidungen und Jobs, die keine Perspektiven bieten.
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Es wird viel verlangt von der Jungen Generation. Gut ausgebildet soll sie sein, flexibel, stressresistent, berufserfahren und leistungsbereit. Aber wo sind die Chancen? Die Angebote auf kontinuierliche Weiterbildung und Qualifizierung? Die Chancen auf einen Arbeitsplatz und ein gutes Einkommen? Mehr als 30 Prozent der Erwerbstätigen unter 35 arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es mehr als 50 Prozent. Statt Lösungen zu erarbeiten, verschärfen Wirtschaft und Politik die Probleme. Ältere Beschäftigte sollen länger arbeiten.
Viele junge Menschen verweilen in Warteschleifen, in Job-Programmen der Arbeitsagenturen oder sind vollständig abgehängt. Das Bedürfnis der Einen nach einer alternsgerechten Arbeitsgestaltung wird ebenso ignoriert wie das der Anderen nach einem erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Das Recht auf Entscheidungsfreiheit steht für viele nur auf dem Papier.
Die Wirtschaftskrise hat die Unsicherheit, in der die Junge Generation lebt, verdeutlicht. Die Krise ist aber nicht die Ursache der Unsicherheit. Denn die Probleme der Jungen Generation haben sich mit anziehender Konjunktur nicht erledigt. Im Gegenteil, unsichere Beschäftigungsverhältnisse, Leistungsverdichtung und überlange Arbeitszeiten nehmen im Aufschwung rapide zu. Aus unserem Gesellschaftsverständnis heraus ergibt sich hier dringender Handlungsbedarf.