Deutschland gibt durchaus viel Geld für familienpolitische Maßnahmen aus. Diese sind aber oft wenig zielgerichtet und unterstützen die Menschen nicht dann, wenn es am dringendsten nötig ist. Im internationalen Vergleich stecken wir viel Geld in steuerliche Förderungen. Familien werden aber in der Regel nicht mit 50 gegründet, und die Menschen möchten ihre Kinder auch nicht erst dann bekommen, wenn sie auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere stehen und von steuerlichen Vergünstigungen profitieren würden.
Auf den Punkt gebracht: Zum Zeitpunkt, an dem junge Familien die Förderung am dringendsten benötigen, greifen die (steuerlichen) Förderungen am wenigsten oder gar nicht. Die steuerlichen Vergünstigungen haben auch zur Folge, dass nicht jedes Kind dem Staat das gleiche wert ist.
Wir haben es mit einer gesellschaftlichen Schizophrenie zu tun. Die Bedingungen, Arbeit und Familie und gesellschaftliches Engagement unter einen Hut zu bekommen, werden für junge Menschen immer schwieriger. Gleichzeitig wird beklagt, dass immer weniger junge Menschen Kinder bekommen, dies in immer höherem Lebensalter geschieht und ehrenamtliches und politisches Engagement abnimmt. Gerade so, als ob das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte.