Im deutschen Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungssystem sind strukturelle Änderungen und höhere Investitionen nötig. Solche Änderungen wirken sich oft erst langfristig aus, das darf aus unserer Sicht nicht zu einer zynischen Haltung gegenüber den heutigen „Bildungsverlierern“ führen. Selbst wenn sich aus demografischen Gründen die Lage am Ausbildungsstellenmarkt in einigen Jahren entspannen sollte, darf uns dies heute nicht beruhigen. Das nützt denjenigen, die heute einen Ausbildungsplatz suchen, nicht. Weder den Erstsuchern noch den vielen Altbewerbern, die in Warteschleifen abgeschoben wurden oder ganz unversorgt geblieben sind. Analog gilt dies für die unsägliche Diskussion um die «Nicht-Ausbildungsfähigkeit» von Jugendlichen. Diese Stigmatisierung ist sowohl ein pädagogischer als auch sozialpolitischer Offenbarungseid.
Wir erwarten von der Politik:
die Gewährleistung gleicher Bildungschancen für alle jungen Menschen – unabhängig vom Geldbeutel, dem Bildungsstatus und der Herkunft der Eltern. Hierzu zählt auch, die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsbereichen zu erhöhen. Konkret bedeutet dies, beispielsweise jungen Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung den Hochschulzugang zu ermöglichen
Wir erwarten von den Arbeitgebern:
ausreichend Ausbildungsplätze zu schaffen und allen jungen Menschen, die eine berufliche Ausbildung machen möchten, diesen wichtigen Schritt ins Berufsleben zu ermöglichen.
Die IG Metall wird:
Ihren Einfluss in der Ausgestaltung der dualen Ausbildung nutzen, um qualitativ hochwertige Ausbildungsberufe zu sichern und weiter zu entwickeln.