Für gute Arbeit

2. Für gute Arbeit.



Jeder junge Mensch hat das Recht auf eine gute und erfüllende Arbeit.

Für unser gewerkschaftliches Verständnis von Arbeit gilt: Arbeit ist mehr als Broterwerb. Beschäftigte sind mehr als ein austauschbarer Produktionsfaktor. Gute Arbeit kann und soll Spaß machen und gehört zu einem erfüllten Leben dazu. Diese Sicht ist nicht altmodisch. Die Aussage „Die Arbeit soll Spaß machen“ erreicht den zweiten Platz unter den 25 wichtigsten Faktoren guter Arbeit in einer Befragung junger Menschen von 18-34 Jahren.

Zu guter Arbeit gehört also mehr als ein gutes Einkommen und ein sicherer Arbeitsplatz. Die Arbeitsrealität vieler junger Menschen besteht jedoch oft aus massiver Leistungsverdichtung, überlangen Arbeitszeiten und ausufernder Arbeitskontrolle, die Kreativität und Eigeninitiative abtötet. Für uns als Gewerkschaften gehören jedoch Entfaltungs-, Gestaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten zu guter Arbeit unbedingt dazu. Dies gilt gerade in der beruflichen Einstiegs- und Entwicklungsphase.


Im Übrigen sind gute und sichere Arbeit eng miteinander verknüpft. Der Anteil derjenigen, die ihre Arbeitsbedingungen als gute Arbeit einstufen, sinkt unter den Beschäftigten mit prekären Beschäftigungsverhältnissen dramatisch. Zu guter Arbeit gehören selbstverständlich auch berufliche Entwicklungsmöglichkeiten – dazu später
mehr unter dem Punkt „gerechte Chancen
auf Bildung und Ausbildung“.


Wir erwarten von der Politik:

sicherzustellen, dass junge Arbeitslose nicht gezwungen werden, unzumutbare Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, weil ihnen sonst die sozialstaatlichen Leistungen gestrichen werden. Die Politik und die Arbeitsmarktverwaltung dürfen nicht das Geschäftsmodell ausbeute-rischer Unternehmen besorgen.

Wir erwarten von den Arbeitgebern:

jungen Menschen gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Arbeitsbedingungen, die Arbeitsfreude und Kreativität fördern und nicht abtöten.

Die IG Metall wird:

Entfaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten der jungen Beschäftigten in der Arbeitsgestaltung sichern und ausbauen, so dass Arbeit mehr als ein Job zur Existenzsicherung ist.



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