Für soziale Sicherheit

5. Für soziale Sicherheit.


Die Junge Generation hat ein Recht auf einen gerecht finanzierten Sozialstaat, der ihre Lebensrisiken absichert.

Nicht überraschend bleiben die Trends zu prekärer Beschäftigung, erhöhtem Arbeitslosigkeitsrisiko und schlechterer sozialer Absicherung, nicht ohne Folgen für die materielle Situation der jungen Generation. Zwischen 1998 und 2008 ist das Armutsrisiko in allen Altersgruppen der Bevölkerung angestiegen. Den schärfsten Anstieg hat es allerdings bei den jungen Altersgruppen gegeben. Vor allem die Gruppe der 19 – 25-Jährigen ist betroffen. Sie weist die absolut höchste Armutsrisikoquote und den größten Anstieg auf.

 


Grafik: Armutsrisiko
 

Das besonders hohe Armutsrisiko junger Menschen hängt unter anderem mit ihrer schlechten Absicherung bei Arbeitslosigkeit zusammen: Mit niedrigen Einkommen und prekärer Beschäftigung werden nur niedrige Ansprüche an die Arbeitslosenversicherung aufgebaut. Der Rutsch in Hartz IV geht schnell. Natürlich ist es richtig, dass die Dauer der Arbeitslosigkeitsphasen bei jungen Menschen deutlich niedriger ist als bei älteren Arbeitslosen.


Den drastischen Anstieg des Armutsrisikos kann dieser Effekt aber offensichtlich nicht mehr kompensieren. Auch hier muss betont werden, dass es sich nicht um vernachlässigbare Übergangsphänomene im Sinne von „Berufseinstiegsjahre sind keine Herrenjahre“ handelt. Wer mit immer länger werdenden prekären Berufseinstiegsphasen, niedrigen Einkommen, schlechten Weiterbildungsmöglichkeiten konfrontiert ist, der schleppt die Folgen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch seinen weiteren Lebenslauf. Die betroffenen jungen Menschen erwerben beispielsweise geringere Rentenansprüche.

Soziale Sicherheit und ein funktionsfähiger Sozialstaat sind kein Luxus, sondern notwendig für die volle Entfaltung der individuellen und gesellschaftlichen Potenziale.


Wir erwarten von der Politik:

die finanzielle Basis der sozialen Sicherungssysteme ergiebiger und gerechter zu gestalten und die Defizite in der sozialen Infrastruktur zu beseitigen. Dazu gehören insbesondere die familiennahen Leistungen wie Kinderbetreuung.

Wir erwarten von den Arbeitgebern:

die Angriffe auf unsere sozialen Sicherungssysteme zu unterlassen. Dies gilt insbesondere auch für die Aushöhlung der Finanzierungsgrundlage unseres Sozialstaates durch Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen in atypische Beschäftigungsverhältnisse.

Die IG Metall wird:

nicht nachlassen in der Verteidigung und Weiterentwicklung unseres Sozialstaates, so dass auch für die junge Generation soziale Sicherheit die Basis für individuelle Entfaltungsmöglichkeiten bleibt.



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