Wir handeln konkret

Frankfurt, den 4. April 2011

Erklärung des Vorstandes der IG Metall zur Charta Junge Generation

Mit unserer Charta „Junge Generation“ haben wir einen Anfang gemacht. Wir benennen die wesentlichen Herausforderungen, um gute Rahmenbedingungen für die Zukunft der Jungen Generation zu schaffen. Im Mittelpunkt unseres Handelns steht dabei die Arbeit im weiteren Sinne: der Arbeitsmarkt, die Arbeitsbedingungen, die Verbindung von Arbeit und Leben und selbstverständlich die Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsbedingungen.

Wir laden soziale Bewegungen, Kirchen, Vereine und Verbände, Parteien, Unternehmen und ihre Verbände ein, sich unserer Charta anzuschließen und eigene Themen einzubringen.

Arbeit – sicher und fair. Diesem Ziel sind wir als Gewerkschaft besonders verpfl ichtet. Wir entwickeln gemeinsam mit unseren Betriebsräten innovative Regelungen in den Betrieben und in der Tarifpolitik und setzen diese durch. Das werden wir künftig noch stärker mit dem Ziel tun, die berufliche und persönliche Situation von Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen sowie von jungen Beschäftigten zu verbessern. Konkret streben wir an:

 

  • in unseren eigenen Gremien und in die Betriebsratsarbeit mehr junge Menschen einzubeziehenund mehr Beteiligungsmöglichkeiten auch außerhalb der etablierten Gremienarbeit der IG Metall zu ermöglichen,
  • Entfaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten der jungen Beschäftigten in der Arbeitsgestaltung zu sichern und auszubauen, so dass Arbeit mehr als ein Job zur Existenzsicherung ist,
  • weitere Besservereinbarungen für Leiharbeit auf betrieblicher Ebene auszuhandeln,
  • durch Tarifverträge in unseren Branchen Konditionen und wirksame Mitbestimmungsrechte zur Verhinderung, Begrenzung und Gestaltung von Leiharbeit und des Missbrauchs von Werkverträgen im Entleihbetrieb zu verankern,
  • Tarifverträge in der Leiharbeitsbranche durchzusetzen, die gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitsbedingungen absichern (equal pay + equal treatment),
  • verstärkt eine ausreichende Anzahl Ausbildungsplätze einzufordern. Diese müssen qualitativ hochwertig sein. Dies gilt auch für die an Bedeutung gewinnenden dualen Studiengänge,
  • Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen zu Ausbildung, Übernahme und Qualifi zierung weiter auszubauen. Jeder junge Mensch muss einen Anspruch auf berufl iche Entwicklung haben. Dies ist durch Weiterbildung, Durchlässigkeit der Personalentwicklung und eine entsprechende Arbeitsorganisation in den Betrieben zu gewährleisten,
  • die Themen Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und Durchlässigkeit des Bildungssystems in den öffentlichen und betrieblichen Debatten zu forcieren,
  • die sozialen Sicherungsbedürfnisse der Jungen Generation stärker in den öffentlichen und betrieblichen Diskussionen zu verankern,
  • Arbeitszeitsouveränität der Beschäftigten stärker in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen zu sichern und mehr betriebliche Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Leben auszuhandeln.

 

Die IG Metall wird ihren Beitrag für ein gutes und erfülltes Leben der Jungen Generation leisten - gemeinsam mit unseren vielen jungen engagierten Mitgliedern, aber auch mit allen anderen. Wir sehen dies als Aufgabe für die gesamte IG Metall.

Diese Erklärung konzentriert sich auf unsere unmittelbaren gewerkschaftlichen Handlungsfelder Betrieb und Tarifpolitik. Nicht alles ist betrieblich oder tarifl ich regelbar. Die Schnittmengen zu notwendigen gesellschaftspolitischen Veränderungen liegen auf der Hand. Gemeinsam mit den Unterstützern der Charta werden wir die Interessen der Jungen Generation auch auf dieser Ebene einfordern.


Frankfurt, den 4. April 2011

 

Für den Vorstand der IG Metall

Bertold Huber, Detlef Wetzel, Bertin Eichler



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